Herzfrequenz
Herzfrequenz ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute (bpm). Im Training dient sie als indirekter Marker für Intensität, Ermüdung und Erholung.
Definition
«Herzfrequenz» ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute, angegeben in bpm (beats per minute). Sie beschreibt, wie oft das Herz Blut in den Kreislauf pumpt, und steigt mit dem Sauerstoffbedarf der arbeitenden Muskulatur.
Im Training ist die Herzfrequenz ein indirekter Marker für Intensität. Sie misst nicht die erbrachte Leistung, sondern die Antwort des Körpers darauf. Genau darin liegt ihr Wert und ihre Grenze.
Warum das zählt
Die Herzfrequenz reagiert auf mehr als nur die Belastung. Hitze, Dehydrierung, Schlafmangel, Koffein und Ermüdung verschieben sie nach oben oder unten. Bei gleicher Leistung an zwei Tagen unterschiedliche Herzfrequenzen zu sehen, ist deshalb keine Messstörung, sondern Information über den Zustand des Athleten.
Die Kopplung von Herzfrequenz und Leistung ist eine der aussagekräftigsten Auswertungen. Bleibt die Leistung konstant und die Herzfrequenz steigt, spricht man von kardialer Drift. Sinkt die Herzfrequenz bei gleicher Leistung über Wochen, ist das ein Zeichen verbesserter aerober Fitness.
| Messmethode | Prinzip | Genauigkeit | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Brustgurt | Elektrisch (EKG-Signal) | Sehr hoch, schlaggenau | Muss feucht anliegen, Kontakt nötig |
| Optischer Sensor (Handgelenk) | Licht (PPG) | Gut bei gleichmässiger Belastung | Verzögert bei Intervallen, störanfällig bei Kälte, Tattoos, Bewegung |
| Optischer Armband-Sensor (Oberarm) | Licht (PPG) | Hoch | Weniger Bewegungsartefakte als am Handgelenk |
| EKG-Aufzeichnung (Diagnostik) | 12-Kanal-Elektrisch | Referenz | Nur im Labor |
Für RR-Intervalle und damit für die Herzfrequenzvariabilität ist ein Brustgurt die Voraussetzung. Optische Sensoren liefern dafür in Bewegung keine verlässlichen Daten.
Wie obseed das misst
obseed übernimmt die Herzfrequenz aus der Aufzeichnung deiner Uhr oder deines Sensors und wertet sie pro Sekunde aus. Daraus entstehen Zeit in Herzfrequenzzonen, Durchschnitts- und Maximalwerte pro Einheit und Segment sowie die Kopplung zu Leistung und Geschwindigkeit.
Die Zonen basieren auf den hinterlegten Leistungskenndaten. Idealerweise stammen die Schwellenwerte aus einer Spiroergometrie oder Laktatdiagnostik, nicht aus einer Altersformel. Die Herzfrequenzreserve erlaubt zusätzlich eine Angabe der Intensität relativ zur individuellen Spanne.
Beispiel
Eine Athletin fährt zwei Stunden gleichmässig bei 200 W. In der ersten Stunde liegt die durchschnittliche Herzfrequenz bei 142 bpm, in der zweiten bei 151 bpm.
Drift = (151 − 142) / 142 = 6,3 %Eine Drift über 5 % bei konstanter Leistung deutet auf noch fehlende aerobe Ausdauer für diese Dauer hin, oder auf Hitze und Flüssigkeitsmangel. Wiederholt sie dieselbe Einheit sechs Wochen später mit 143 und 146 bpm, beträgt die Drift nur noch 2,1 %. Die Kopplung von Herzfrequenz und Leistung ist stabiler geworden, ein klares Zeichen für eine Anpassung der Grundlagenausdauer.
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